Eröffnungs-Grußwort

Grußwort des Herrn Staatsministers Markus Ulbig anlässlich der Eröffnung der Baumesse Haus 2010 am 25. Februar 2010

Ort:    Messe Dresden
Zeit:    11.00 Uhr

Stand: 22. Februar 2010, 10 Uhr

Zentrale Botschaft:
In den Bereichen Städtebau und Wohnungswirtschaft ist in den letzten zwanzig Jahren Großartiges geleistet worden. Die Baumesse Haus, die in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiert, ist Teil dieser Erfolgsgeschichte. Nachdem die Wirtschafts- und Finanzkrise zunächst Schlimmes für die Baubranche hatte befürchten lassen, ist es besonders mit Hilfe der Konjunkturprogramme, der Lockerung des Vergaberechts und der Förderprogramme der Sächsischen Staatsregierung gelungen, die Branche wieder zu beleben. Die Themen „Energetisches Bauen und Sanieren, Mehrgenerationenwohnen/Barrierefreies Wohnen sind Themen von Gegenwart und Zukunft, die auch entsprechend gefördert werden.


Gliederung:

  • Begrüßung/Einleitung
  • Impulse für die Baubranche
  • Wohnraumförderung und Städtebauförderung in Sachsen
  • Ausblick

 

Begrüßung/Einleitung
Sehr geehrter Herr Zwerenz (Geschäftsführer ORTEC Messe und Kongress GmbH),
sehr geehrter Herr Dittrich, (Präsident Handwerks-kammer Dresden)  
meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich, heute die Baumesse HAUS 2010 in Dresden eröffnen zu dürfen.

Sie, sehr geehrte Veranstalter, dürfen sich heute besonders freuen. Denn die Messe feiert ihr 20. Jubiläum.  

Sie haben es geschafft, die Baumesse HAUS zu etablieren und sie zur größten regionalen Baufachmesse Deutschlands zu machen.

Das ist eine große Leistung. Herzlichen Glückwunsch.

Viele von Ihnen werden sich noch an die städtebauliche Situation generell und an die Situation der Wohnungswirtschaft in der DDR im Besonderen erinnern.

Unsere Städte drohten zu verfallen, historische Bausubstanz war verrottet, in den Innenstädten wollte kaum noch jemand leben.

Wenn wir uns heute, 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution, unsere Städte und Gemeinden anschauen, dann können wir uns freuen.

Gerade auf dem Gebiet der Wohnungsbestände und des Wohnumfelds ist Großartiges geleistet worden. Die Baumesse HAUS  in Dresden hat daran einen großen Anteil. Dafür herzlichen Dank von Seiten der Sächsischen Staatsregierung.

Impulse für die Baubranche
Nachdem das Ausmaß der Wirtschafts- und Finanzkrise deutlich geworden war, gab es viel Pessimismus in der Baubranche.

Das heutige Bild hier auf der Messe sieht anders aus: Die Messehallen sind ausgebucht, und die Aussteller sind zuversichtlich.

Die Förderprogramme der Bundesregierung und der Sächsischen Staatsregierung haben auch für die diesjährige Bausaison wichtige Impulse ausgelöst.

Die Konjunkturpakete der Bundesregierung und die Lockerungen der Vergabevorschriften in Sachsen sind gute Voraussetzungen zur Stabilisierung des Bauhandwerks.

Für Bauleistungen bis zu 1 Mio. Euro sind seit Februar des vergangenen Jahres beschränkte Ausschreibungen möglich, für Bauleistungen bis 100.000 Euro kann eine freihändige Vergabe erfolgen.

Für lokale Unternehmen haben sich damit die Auftragschancen verbessert  - die Vergabeverfahren laufen wesentlich schneller ab.

Im Rahmen des Konjunkturprogramms wurde der Steuerbonus für Handwerkerleistungen verdoppelt.

Die Bandbreite der abzugsfähigen Handwerkerleistungen ist groß, angefangen bei Maler- oder Fliesenarbeiten, über Gartengestaltungsarbeiten bis hin zu Reparatur, Wartung oder Austausch von Heizungsanlagen.

Für Hausbesitzer lohnt es sich, in die lohnkostenintensive Instandhaltung und Modernisierung ihrer Immobilie zu investieren.

Die Baubranche hat den Trend zur Investition in die eigenen vier Wände bereits 2009 gespürt. Öffentliche wie private Bauherren erhalten Finanzhilfen.

Das im Jahr 2008 vom Bund aufgelegte Konjunkturprogramm belebt die Branche durch Investitionen in die soziale Infrastruktur der Kommunen und in den Klimaschutz durch Energieeinsparung und CO2-Minderung.
 

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, eine Vorreiterposition beim Klimaschutz zu übernehmen. Wir wollen die vorhandenen Energien effizienter verwenden und mehr CO2-arme Energien einsetzen. Energieeffizientes Bauen und Modernisieren wird immer wichtiger.

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV), die im Herbst 2009 in Kraft getreten ist, haben sich die energetischen Anforderungen an Gebäude verschärft.

Der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich soll um circa 30 Prozent gesenkt werden.

Ich freue mich deshalb, dass das Thema „Einsatz erneuerbarer Energien im Bereich der Gebäude- und Energietechnik wieder ein Schwerpunkt der Fachausstellung ENERGIE begleitend zur Baumesse ist.

Städtebauliche Erneuerung ist heute untrennbar mit Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung verbunden.

Gefördert werden bauliche Maßnahmen, die die Werte der Energieeinsparverordnung unterschreiten.


Auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe oder Verfahren der Energiegewinnung von Solarenergie, Umweltwärme, Erdwärme oder Biomasse im Bau oder bei der Energieversorgung werden im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen gefördert.

Neben der Energieeffizienz ist das Thema Altersgerechtes Bauen und Umbauen das Thema der Zukunft.

Bedingt durch die demografische Entwicklung wächst die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum. Bereits heute ist jeder fünfte Sachse älter als 65 Jahre. 2020 wird es schon fast jeder dritte sein.

Dem Thema „Barrierefreies Planen und Bauen“ kommt damit immer größere Bedeutung zu.
Das betrifft den Umbau vorhandener Wohnungen wie den Neubau von Wohnungen.

Auch mit dem Thema „Bauen für mehrere Generationen“ liegt die Baumesse HAUS im Trend.

Eine Gesellschaft mit zurückgehender und alternder Bevölkerung steht vor vielen neuen Herausforderungen. Eine davon ist es, den Zusammenhalt von Jung und Alt, der durch familiäre Strukturen oft nicht mehr gegeben ist, zu stärken.

Der Freistaat fördert auch in diesem Jahr Bau und Sanierungsvorhaben mit dem Ziel des Mehrgenerationenwohnens.
 
Wohnraumförderung und Städtebauförderung in Sachsen
Die Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten sind generell eine wichtige Frage für Bauherren und Baufirmen.

Die Sächsische Aufbaubank - Förderbank
hilft dabei und informiert die Messebesucher über die Städtebau- und Wohnraumförderprogramme des Freistaats.

An dieser Stelle will ich noch einmal die Förderprogramme benennen:

Im Rahmen der Wohnraumförderung bieten wir Fördermittel als zinsgünstige Darlehen durch die Förderprogramme

  • Energetische Sanierung,
  • Mehrgenerationenwohnen und
  • Schaffung von Wohneigentum.


Gefördert werden

  • energetische Sanierungsmaßnahmen,
  • die Anpassung bestehender Wohngebäude an die Bedürfnisse von älteren Menschen, Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderungen und
  • die Bildung von Wohneigentum im Bestand.


Die Städte und Gemeinden erhalten Fördermittel aus den Bund-Länder-Programmen der Städtebauförderung.

Diese Fördermittel können für die Instandsetzung und Modernisierung, den Rückbau von leer stehenden Gebäuden, die Verbesserung der Infrastruktur und die Gestaltung des Wohnumfeldes verwendet werden.
 
Die Städtebauförderung ist eines der bedeutendsten Investitionsprogramme für die Städte und Gemeinden im Freistaat Sachsen.

Zwischen 1991 und 2009 sind Finanzhilfen des Bundes und des Freistaates Sachsen in Höhe von rund 4 Mrd. Euro für städtebauliche Investitionen in den Städten und Gemeinden bewilligt worden.

Mit den Finanzhilfen der Städtebauförderung und der Wohnraumförderung wird wie in den vergangenen Jahren auch die sächsische Bauwirtschaft gestärkt und damit für den Erhalt von Arbeitsplätzen gesorgt.

Deshalb kann man diese Förderprogramme auch durchaus als ein beschäftigungsintensives Konjunkturprogramm ansehen.

Städtebau- und Wohnraumförderung sollen einander ergänzen. Mein Haus kann eine erfreuliche Bilanz bei allen Programmen ziehen.

Die schnelle Vergabe der Mittel für die Wohnraumförderung in jedem Jahr zeigt, dass die Hauseigentümer die Programme gut annehmen.

Ausblick
Ein Jubiläum lädt auch immer dazu ein, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Was sind die wichtigsten Aufgaben für den Städte- und Wohnungsbau in den nächsten Jahren?

Städtebaulich  ist die Stärkung der Innenstädte weiterhin ein Schwerpunkt. Kulturhistorisch wertvolle Bausubstanz soll möglichst erhalten bleiben.

Angesichts weiter stark zurückgehender Bevölkerungszahlen geht es nicht ohne den möglichst strukturierten Rückbau im Sinne einer Neuordnung der bebauten Flächen.

Das Bauen im 21. Jahrhundert wird sich grundlegend verändern. Die traditionelle Bau- und Lebensweise wird bis zur Mitte des Jahrhunderts durch veränderte Energiequellen und Baumaterialien ganz anders aussehen, als wir es uns heute vorstellen können.

Das Sächsische Staatsministerium des Innern wird auf die neuen Schwerpunkte mit geeigneten Maßnahmen reagieren.

Jetzt freue ich mich auf einen interessanten Messerundgang und wünsche den Veranstaltern, Ausstellern und Akteuren viel Erfolg und zahlreiche Besucher. Den Bauunternehmern wünsche ich gute Geschäftsabschlüsse.

Vielen Dank.